Personalpronomen: ich, mich, mir
Personalpronomen ersetzen Personen und Dinge. Sie ändern ihre Form je nach Kasus – genau wie Artikel. Die Tabelle ist die wichtigste dieser Seite:
| Person | Nominativ (wer?) | Akkusativ (wen?) | Dativ (wem?) | Beispiel |
|---|---|---|---|---|
| 1. Sg. | ich | mich | mir | Ich sehe dich. Du siehst mich. Du hilfst mir. |
| 2. Sg. | du | dich | dir | Ich rufe dich an. Ich danke dir. |
| 3. Sg. m. | er | ihn | ihm | Er kommt. Ich kenne ihn. Ich schreibe ihm. |
| 3. Sg. f. | sie | sie | ihr | Sie kommt. Ich kenne sie. Ich schreibe ihr. |
| 3. Sg. n. | es | es | ihm | Es funktioniert. Ich nehme es. Ich gebe ihm (dem Kind) das Buch. |
| 1. Pl. | wir | uns | uns | Wir fahren. Man sieht uns. Man hilft uns. |
| 2. Pl. | ihr | euch | euch | Ihr kommt. Ich sehe euch. Ich helfe euch. |
| 3. Pl. | sie | sie | ihnen | Sie kommen. Ich kenne sie. Ich schreibe ihnen. |
| Höflich | Sie | Sie | Ihnen | Kommen Sie? Ich rufe Sie an. Ich danke Ihnen. |
Zwei Dinge verkürzen das Lernen: uns und euch sind in Akkusativ und Dativ gleich. Und die dritte Person folgt den Artikelendungen – ihn wie den, ihm wie dem, ihr wie der (Dativ f.), ihnen wie den (Dativ Pl.). Wer die Artikel kann, kann die Pronomen.
Wichtig für Lernende aus vielen Sprachen: Im Deutschen richtet sich er/sie/es nach dem grammatischen Genus, nicht nach der Sache. Der Tisch – er ist neu. Die Lampe – sie ist kaputt. Das Auto – es steht draußen. Auch Dinge sind er oder sie. Mehr dazu unter Der, die oder das?
Possessivartikel: mein, dein, sein, ihr
Possessivartikel (in vielen Lehrbüchern „Possessivpronomen“) zeigen, wem etwas gehört. Es gibt zwei Fragen, die man getrennt beantworten muss – und genau das ist die Schwierigkeit:
- Wer ist der Besitzer? → das bestimmt den Stamm: mein-, dein-, sein-, ihr-, unser-, euer-, Ihr-
- Welches Genus und welchen Kasus hat das Nomen dahinter? → das bestimmt die Endung, genau wie bei ein/kein
| Besitzer | Stamm | maskulin (Nom.) | feminin | neutral (Nom.) | Plural |
|---|---|---|---|---|---|
| ich | mein- | mein Vater | meine Mutter | mein Kind | meine Eltern |
| du | dein- | dein Vater | deine Mutter | dein Kind | deine Eltern |
| er / es | sein- | sein Vater | seine Mutter | sein Kind | seine Eltern |
| sie (Sg.) | ihr- | ihr Vater | ihre Mutter | ihr Kind | ihre Eltern |
| wir | unser- | unser Vater | unsere Mutter | unser Kind | unsere Eltern |
| ihr | euer- / eur- | euer Vater | eure Mutter | euer Kind | eure Eltern |
| sie (Pl.) | ihr- | ihr Vater | ihre Mutter | ihr Kind | ihre Eltern |
| Sie | Ihr- | Ihr Vater | Ihre Mutter | Ihr Kind | Ihre Eltern |
Die Endungen in allen Kasus sind die von ein und kein: Akkusativ maskulin -en (Ich sehe meinen Vater), Dativ -em / -er / -em / -en (mit meinem Vater, meiner Mutter, meinem Kind, meinen Eltern), Genitiv -es / -er (das Auto meines Vaters). Bei euer fällt vor einer Endung das zweite e weg: eure, euren, eurem. Die vollständige Endungstabelle steht unter Nicht oder kein? und Adjektivendungen.
sein oder ihr? – die häufigste Verwechslung
Der Stamm richtet sich nach dem Besitzer, die Endung nach dem Besitz. Der Mann und seine Tochter (Besitzer maskulin → sein-; Tochter feminin → -e). Die Frau und ihr Sohn (Besitzerin feminin → ihr-; Sohn maskulin → keine Endung). Wer aus dem Englischen kommt, kennt das Prinzip (his daughter, her son); wer aus Sprachen kommt, in denen sich das Possessiv nur nach dem Besitz richtet, muss die erste Frage bewusst stellen: Wem gehört es?
ihr, Ihr und ihre – drei Wörter, ein Klang
| Form | Bedeutung | Beispiel |
|---|---|---|
| ihr (Personalpronomen, Nominativ) | ihr = du + du (Plural) | Kommt ihr morgen? |
| ihr (Personalpronomen, Dativ) | = der Frau | Ich helfe ihr. |
| ihr / ihre (Possessiv, klein) | gehört ihr (der Frau) oder ihnen (mehreren) | Das ist ihr Auto. Das sind ihre Kinder. |
| Ihr / Ihre (Possessiv, groß) | gehört Ihnen (höflich) | Ist das Ihr Auto? Vielen Dank für Ihre Nachricht. |
Gesprochen sind alle vier gleich – der Kontext entscheidet. Geschrieben ist nur die Höflichkeitsform groß: Ihr, Ihre, Ihnen, Sie. In E-Mails ist das kein Detail: ihre Anfrage (klein) bedeutet „die Anfrage einer anderen Person“.
Demonstrativpronomen: der, dieser, jener, derselbe
Demonstrativpronomen zeigen auf etwas – und im gesprochenen Deutsch sind sie häufiger als Personalpronomen, wenn man etwas betont oder wieder aufnimmt:
| Pronomen | Gebrauch | Beispiel |
|---|---|---|
| der, die, das (betont, als Pronomen) | Alltagsdeutsch statt er/sie/es; betont, oft am Satzanfang; Formen wie der bestimmte Artikel, im Dativ Plural denen, im Genitiv dessen/deren | Kennst du Herrn Meier? – Ja, den kenne ich. Der ist nett. – Mit denen habe ich gesprochen. |
| dieser, diese, dieses | „hier, dieser da“; Endungen wie der bestimmte Artikel | Dieser Kurs passt. Diese Woche ist voll. Ich nehme dieses Angebot. – als Pronomen: Welches Auto? – Dieses. |
| jener, jene, jenes | „dort, weiter weg“; schriftlich und gehoben, im Gespräch durch der … da ersetzt | in jener Zeit; dieser oder jener |
| derselbe, dieselbe, dasselbe | „identisch“; beide Teile werden dekliniert | Wir haben denselben Lehrer. Sie wohnt in derselben Straße. |
| derjenige, diejenige, dasjenige | kündigt einen Relativsatz an; formell | Diejenigen, die noch Fragen haben, melden sich bitte. |
| solcher, solche, solches | „von dieser Art“ | Solche Fehler passieren. Bei einem solchen Wetter bleibt man zu Hause. |
Der betonte Artikel als Pronomen ist eine der Stellen, an denen gesprochenes Deutsch anders ist als das Lehrbuch: Wo ist der Schlüssel? – Der liegt auf dem Tisch. klingt natürlicher als Er liegt auf dem Tisch. Wer viel der, die, das als Pronomen hört, hört richtig.
Indefinitpronomen: man, jemand, niemand, etwas, nichts
Indefinitpronomen bezeichnen Personen oder Dinge, die nicht genau bestimmt sind. Die meisten sind unveränderlich – die Ausnahmen stehen in der Tabelle:
| Pronomen | Bedeutung | Formen | Beispiel |
|---|---|---|---|
| man | die Leute, jeder, allgemein | Nom. man, Akk. einen, Dat. einem; Verb in 3. Person Singular | Man sagt, … – Hier kann man gut essen. – Das ärgert einen. – Das hilft einem. |
| jemand / niemand | eine Person / keine Person | Akk. jemand(en), Dat. jemand(em) – Endung optional | Ist da jemand? – Ich habe niemanden gesehen. – Er hat mit niemandem gesprochen. |
| etwas / nichts | eine Sache / keine Sache | unveränderlich; Adjektiv dahinter groß mit -es: etwas Neues, nichts Besonderes | Möchten Sie etwas trinken? – Ich habe nichts gehört. |
| alle / alles | alle Personen / alle Dinge | alle wie Plural-Artikel (allen Kindern); alles unveränderlich | Alle sind da. – Ich habe alles verstanden. – Vielen Dank für alles. |
| jeder, jede, jedes | alle, einzeln betrachtet – nur Singular | Endungen wie dieser | Jeder Teilnehmer bekommt ein Zertifikat. – Jede Woche. – Das weiß doch jeder. |
| einige, manche, mehrere, wenige, viele | unbestimmte Menge, Plural | Endungen wie Plural-Artikel | Einige Fragen sind offen. – Ich kenne viele von ihnen. – Bei manchen Verben … |
| einer, eine, eins / keiner, keine, keins | ersetzt ein Nomen mit unbestimmtem Artikel | wie ein/kein, aber mit Endung im Nom. m. und Nom./Akk. n. | Hast du einen Stift? – Ja, ich habe einen. – Nein, ich habe keinen. – Ist noch ein Platz frei? – Ja, einer. |
| irgendjemand, irgendetwas, irgendein-, irgendwo | verstärkt die Unbestimmtheit | wie die Grundform | Irgendjemand hat angerufen. – Irgendetwas stimmt nicht. |
man ist das Pronomen, das Lernende am meisten unterschätzen: Es ist die natürliche Form für allgemeine Aussagen (In Deutschland trennt man den Müll) und die Alltagsalternative zum Passiv. Achtung: man (Pronomen, ein n) ist nicht der Mann (Nomen, zwei n).
Das Pronomen es
es hat mehr Aufgaben als jedes andere Pronomen:
- Ersatz für ein neutrales Nomen: Das Buch? Ich habe es gelesen.
- Unpersönliche Ausdrücke (Wetter, Zeit, Befinden): Es regnet. Es ist acht Uhr. Es geht mir gut. Es gibt … – hier ist es Pflicht.
- Platzhalter am Satzanfang, der verschwindet, wenn etwas anderes vorn steht: Es kommen viele Gäste. → Viele Gäste kommen.
- Verweis auf einen Nebensatz: Ich finde es gut, dass Sie fragen. – Es freut mich, Sie kennenzulernen.
- Feste Wendungen: Ich habe es eilig. Er meint es gut. Wir haben es geschafft.
Pronomen im Satz: Reihenfolge und Stellung
Pronomen stehen im Mittelfeld so weit vorn wie möglich – direkt nach dem konjugierten Verb (oder nach dem Subjekt, wenn es hinter dem Verb steht). Für zwei Objekte gelten drei Regeln:
| Konstellation | Reihenfolge | Beispiel |
|---|---|---|
| zwei Nomen | Dativ vor Akkusativ | Ich gebe dem Kollegen den Bericht. |
| ein Pronomen, ein Nomen | Pronomen zuerst | Ich gebe ihm den Bericht. – Ich gebe ihn dem Kollegen. |
| zwei Pronomen | Akkusativ vor Dativ | Ich gebe ihn ihm. – Können Sie es mir schicken? |
Im Nebensatz gilt dasselbe, nur dass das Verb ans Ende geht: …, weil ich es ihm gestern geschickt habe. Reflexivpronomen (sich, mich, dich) folgen der Pronomenregel und stehen ebenfalls früh: Gestern hat er sich verspätet. Der gesamte Satzbau mit Mittelfeld steht unter Satzbau und Wortstellung.
Was auf welcher Stufe verlangt wird
| Stufe | Erwartung |
|---|---|
| A1 | Personalpronomen im Nominativ und Akkusativ; Possessivartikel im Nominativ und Akkusativ (mein Bruder, meine Schwester, meinen Bruder); Sie/Ihr in der Höflichkeitsform; es bei Wetter und Zeit; man verstehen |
| A2 | Personalpronomen im Dativ (mir, dir, ihm, ihr, uns, euch, ihnen, Ihnen) mit Dativverben und Präpositionen; alle Possessivformen in drei Kasus; der/die/das als Pronomen; jemand, niemand, etwas, nichts, alle, jeder; Reihenfolge von zwei Pronomen |
| B1 | Pronomen fehlerfrei in Brief und Gespräch; einer/keiner, derselbe, irgend-; man in Akkusativ und Dativ; es als Platzhalter und Verweis; Genitiv der Possessivartikel |
| B2 und höher | derjenige, jener, solcher; dessen/deren als Demonstrativ- und Relativpronomen; Pronominaladverbien (darauf, damit, worüber) – siehe Verben mit Präpositionen; Pronomen als Textverknüpfung in Zusammenfassungen und Stellungnahmen |
Typische Fehler – und was dagegen hilft
| Fehler | Richtig | Warum |
|---|---|---|
| Ich helfe dir. | helfen verlangt Dativ – wie danken, gefallen, gehören, antworten, glauben | |
| Der Mann und seine Frau | Besitzer maskulin → sein-; die Endung -e kommt von Frau | |
| Vielen Dank für Ihre E-Mail. | Höflichkeitsform groß | |
| Ich habe es ihm gegeben. | zwei Pronomen: Akkusativ vor Dativ | |
| Der Tisch – er ist neu. | Pronomen richtet sich nach dem Genus des Nomens | |
| Man kann hier parken. | man = 3. Person Singular | |
| Ich habe nichts Neues gehört. | Adjektiv nach etwas/nichts/viel/wenig wird großgeschrieben | |
| euren, eure | bei euer fällt vor der Endung das e weg |
So üben wir das im Unterricht
Pronomen lassen sich nicht isoliert lernen – sie sind mit Kasus, Genus und Verben verbunden. Im Einzelunterricht üben wir sie deshalb in dem Moment, in dem das Thema sowieso dran ist: Dativpronomen zusammen mit den Dativverben, Possessivartikel zusammen mit der Familie und dem Arbeitsplatz, der/die/das als Pronomen beim Sprechtraining, weil es dort natürlich ist. Zwei Übungsformen haben sich bewährt: Sätze mit vollen Nomen in Sätze mit Pronomen umbauen (Ich gebe der Kollegin den Bericht → Ich gebe ihn ihr) und kurze Dialoge, in denen jede Antwort ein Pronomen braucht. Auf B1 und B2 kommt der Text dazu: In einer Stellungnahme oder Zusammenfassung sind Pronomen das Mittel, das die Sätze verbindet – und der Prüfer liest genau, ob er, sie und dieser auf das Richtige verweisen.
Häufige Fragen
Was ist der Unterschied zwischen „mich“ und „mir“?
mich ist Akkusativ, mir ist Dativ. Welche Form steht, entscheidet das Verb oder die Präposition: Verben mit direktem Objekt nehmen mich (Er sieht mich, Sie ruft mich an), Dativverben nehmen mir (Er hilft mir, Das gefällt mir, Sie dankt mir). Bei zwei Objekten ist die Person meist Dativ und die Sache Akkusativ: Er gibt mir das Buch.
Präpositionen legen den Kasus fest: für mich, ohne mich – aber mit mir, bei mir, von mir. Die Regeln im Detail: Akkusativ oder Dativ?
Wann schreibe ich „Ihr“ groß?
Immer dann, wenn es zur Höflichkeitsform Sie gehört: Sie, Ihnen, Ihr, Ihre, Ihren, Ihrem. In einer E-Mail an eine Person, die Sie siezen, schreiben Sie also: Vielen Dank für Ihre Nachricht. Ich habe Ihren Anhang erhalten.
Klein bleibt ihr, wenn es „ihr“ (die Frau, die Gruppe) oder „ihr“ (du + du) bedeutet: Ich habe ihr geantwortet. Kommt ihr mit? Das Anredepronomen du und seine Formen (dein, dir, dich) werden in Briefen klein geschrieben – Großschreibung ist erlaubt, aber nicht Pflicht.
Sein oder ihr – wie merke ich mir das?
Stellen Sie zwei Fragen nacheinander. Erstens: Wem gehört es? Ist der Besitzer er oder es, ist der Stamm sein-; ist die Besitzerin sie oder sind es mehrere, ist der Stamm ihr-. Zweitens: Was ist das Nomen dahinter? Davon hängt die Endung ab, genau wie bei ein und kein.
Beispiel: Anna hat einen Hund → Besitzerin sie → ihr-; Hund ist maskulin, Nominativ → keine Endung → ihr Hund. Paul hat eine Katze → sein-; Katze ist feminin → -e → seine Katze.
Warum sagen Deutsche „Der ist nett“ statt „Er ist nett“?
Weil der bestimmte Artikel im gesprochenen Deutsch als Demonstrativpronomen dient – betont und meist am Satzanfang: Kennst du den neuen Kollegen? – Ja, der ist nett. Den habe ich gestern getroffen. Es ist kein Fehler und nicht unhöflich, sondern normale Umgangssprache; in formellen Texten steht eher er/sie/es.
Die Formen sind die des Artikels, mit drei Ausnahmen: Dativ Plural denen, Genitiv dessen (m./n.) und deren (f./Pl.) – dieselben Formen wie bei den Relativpronomen.
Wie verwende ich „man“ richtig?
man steht für Menschen im Allgemeinen und nimmt immer das Verb in der 3. Person Singular: Man spricht hier Deutsch. Hier darf man nicht parken. Es hat nur den Nominativ; im Akkusativ steht einen, im Dativ einem: Das macht einen müde. Das fällt einem schwer. Ein Possessivartikel dazu ist sein: Man sollte seine Unterlagen mitbringen.
Im Text darf man nicht mitten im Satz zu er wechseln – wer mit man anfängt, bleibt bei man. Und: man (Pronomen) hat ein n, der Mann (Nomen) hat zwei.
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