Wichtig vorab: Ich bin Dozentin und kein Prüfungszentrum – ich bereite auf Prüfungen vor, nehme sie aber nicht ab und melde niemanden an. Anmeldung, Gebühren, Fristen und Termine regelt immer das Prüfungszentrum, bei dem Sie die Prüfung ablegen. Die Angaben hier beschreiben den üblichen Ablauf; verbindlich sind die Informationen Ihres Prüfungszentrums.
Schritt 1: Die richtige Prüfung wählen
Der häufigste Fehler passiert vor der Anmeldung: Es wird die falsche Prüfung gebucht. Prüfen Sie zuerst, was genau verlangt wird – im Bescheid der Behörde, in der Stellenausschreibung oder in der Zulassungsordnung der Hochschule. Gefragt ist immer beides: Niveau und Format.
| Ziel | Übliche Prüfung |
|---|---|
| Abschluss des Integrationskurses, Einbürgerung | DTZ (A2/B1) und Leben in Deutschland |
| Familiennachzug, Sprachnachweis für das Visum | A1-Nachweis – etwa Start Deutsch 1 |
| Ausbildung, Arbeit, Aufenthaltstitel | telc B1, Goethe B1, telc B2 oder Deutsch-Test für den Beruf |
| Studium in Deutschland | TestDaF oder DSH, teils telc C1 Hochschule |
| Nachweis auf hohem Niveau | Goethe C1, Goethe C2, ÖSD |
Wenn im Bescheid nur eine Stufe steht, sind meist mehrere Anbieter zugelassen – siehe telc oder Goethe? Wenn Sie unsicher sind, welche Stufe Sie überhaupt brauchen, hilft Welches Niveau brauche ich?
Schritt 2: Ein Prüfungszentrum finden
Prüfungen werden nicht von den Instituten zentral abgenommen, sondern von lizenzierten Prüfungszentren vor Ort: Volkshochschulen, Sprachschulen, Goethe-Institute, Hochschulen. Auf den Internetseiten der Anbieter gibt es jeweils eine Suche nach Prüfungsorten. Achten Sie dabei auf:
- Welche Formate angeboten werden – nicht jedes Zentrum bietet jede Prüfung an.
- Wie oft geprüft wird – manche Zentren prüfen monatlich, andere wenige Male im Jahr.
- Ob externe Teilnehmende zugelassen sind – manche Zentren prüfen vorrangig eigene Kursteilnehmende.
- Die Entfernung – schriftlicher und mündlicher Teil finden manchmal an verschiedenen Tagen statt.
Schritt 3: Termin und Frist im Blick behalten
Beliebte Termine sind früh ausgebucht, besonders vor Fristen wie einem auslaufenden Aufenthaltstitel. Als grobe Orientierung:
| Zeitpunkt | Was ansteht |
|---|---|
| 3–6 Monate vorher | Prüfung auswählen, Zentrum suchen, Termin vormerken, Vorbereitung planen |
| 4–8 Wochen vorher | Anmeldung (die Frist liegt bei vielen Zentren in diesem Bereich), Gebühr zahlen |
| 2–4 Wochen vorher | Modelltest unter echten Bedingungen, mündlicher Teil im Training |
| 1 Woche vorher | Einladung prüfen: Ort, Uhrzeit, Ausweisdokument, erlaubte Hilfsmittel |
Die genauen Anmeldeschlüsse legt jedes Zentrum selbst fest – teils online, teils nur persönlich vor Ort. Verlassen Sie sich nicht auf Angaben aus Foren, sondern auf die Seite Ihres Zentrums.
Schritt 4: Die Anmeldung selbst
Üblicherweise brauchen Sie dafür:
- Ein gültiges Ausweisdokument (Pass oder Personalausweis) – der Name auf dem Zertifikat wird daraus übernommen, Schreibweise deshalb genau prüfen.
- Die Anmeldedaten: Geburtsdatum, Geburtsort, Anschrift, Kontakt.
- Die Prüfungsgebühr, meist im Voraus. Die Höhe hängt von Format, Anbieter und Ort ab und steht beim jeweiligen Zentrum.
- Gegebenenfalls Nachweise, etwa die Teilnahmebestätigung eines Integrationskurses oder eine Berechtigung des BAMF.
Nachteilsausgleich: Wer wegen einer Behinderung oder einer gesundheitlichen Beeinträchtigung besondere Bedingungen braucht – etwa verlängerte Arbeitszeit oder größere Schrift –, beantragt das bei der Anmeldung und legt die verlangten Nachweise bei. Später ist es in der Regel nicht mehr möglich. Die Regelungen unterscheiden sich je nach Anbieter.
Schritt 5: Am Prüfungstag
- Ausweis nicht vergessen – ohne gültiges Dokument ist die Teilnahme meist ausgeschlossen.
- Früh da sein. Einlass und Identitätsprüfung brauchen Zeit; wer zu spät kommt, wird oft nicht mehr zugelassen.
- Handy aus und weg. Elektronische Geräte am Platz gelten in aller Regel als Täuschungsversuch.
- Nur erlaubte Hilfsmittel. Wörterbücher sind bei den meisten Prüfungen nicht zugelassen.
- Der mündliche Teil findet je nach Format am selben oder an einem anderen Tag statt, häufig zu zweit. Was dort verlangt wird, steht unter mündliche Prüfung.
Gegen die Nervosität hilft weniger Lernen am Vorabend als ein bekannter Ablauf – dazu Prüfungsangst überwinden.
Schritt 6: Ergebnis, Zertifikat, Wiederholung
Wie lange die Auswertung dauert, hängt vom Format ab: Bei einigen Prüfungen liegt das Ergebnis nach wenigen Wochen vor, bei anderen dauert es länger. Das Zertifikat bekommen Sie vom Prüfungszentrum – heben Sie es gut auf, denn Ersatzausstellungen sind aufwendig und nicht überall möglich. Wie lange ein Zertifikat gilt und wer welche Gültigkeit akzeptiert, steht unter Gültigkeit von Sprachzertifikaten.
Nicht bestanden? Das ist kein seltener Fall und meistens reparabel: Bei modularen Prüfungen lässt sich oft nur der fehlende Teil wiederholen, bei anderen die gesamte Prüfung nach einer Wartezeit. Die Regeln stehen in der Prüfungsordnung des Anbieters. Wie man danach sinnvoll weitermacht, steht unter Prüfung nicht bestanden – was jetzt?
Was sich vorher rechnet: Vorbereitung mit Format
Der Unterschied zwischen „Deutsch können“ und „die Prüfung bestehen“ liegt im Format. In der Prüfungsvorbereitung arbeiten wir mit den echten Aufgabentypen, üben unter Zeit, trainieren die Redemittel für den mündlichen Teil und prüfen Ihre Schreibaufgaben nach den Bewertungskriterien – dort entstehen die Punkte, die am Ende fehlen oder reichen. Sinnvoll ist ein Start etwa acht bis zwölf Wochen vor dem Termin; bei größerem Abstand zum Zielniveau entsprechend früher.
Häufige Fragen
Wie meldet man sich für eine Deutschprüfung an?
Die Anmeldung läuft immer über ein lizenziertes Prüfungszentrum – Volkshochschule, Sprachschule, Goethe-Institut oder Hochschule –, nicht über Lehrkräfte oder Kursanbieter.
Dort suchen Sie einen Termin, melden sich online oder vor Ort an und zahlen die Gebühr, meist im Voraus. Mitzubringen sind Ausweisdaten und gegebenenfalls Nachweise wie eine Kursbestätigung.
Wie früh sollte man sich anmelden?
Die Anmeldefristen liegen bei vielen Zentren vier bis acht Wochen vor dem Termin, beliebte Termine sind aber deutlich früher ausgebucht.
Sinnvoll ist, den Termin drei bis sechs Monate im Voraus zu suchen und die Vorbereitung rückwärts vom Prüfungsdatum zu planen.
Was kostet eine Deutschprüfung?
Die Gebühr hängt von Format, Anbieter und Prüfungsort ab und wird vom jeweiligen Prüfungszentrum festgelegt; höhere Niveaus sind in der Regel teurer als niedrige.
Verbindliche Angaben finden Sie nur beim Zentrum selbst. Wer am Integrationskurs teilnimmt, hat beim DTZ unter Umständen eine kostenfreie Teilnahme – das regelt das BAMF.
Was muss man zur Prüfung mitbringen?
Ein gültiges Ausweisdokument, die Einladung oder Anmeldebestätigung und Schreibzeug. Handys und andere elektronische Geräte müssen weggelegt werden.
Wörterbücher sind bei den meisten Prüfungen nicht erlaubt. Was im Einzelfall zugelassen ist, steht in der Einladung Ihres Prüfungszentrums.
Kann man eine nicht bestandene Prüfung wiederholen?
Ja. Bei modularen Prüfungen lässt sich häufig nur der nicht bestandene Teil wiederholen, bei anderen Formaten die gesamte Prüfung.
Die Bedingungen und Wartezeiten stehen in der Prüfungsordnung des Anbieters. Für eine erneute Anmeldung fällt in der Regel wieder eine Gebühr an.
Preise
Einzelunterricht
45 € / 60 Min.100 % individuell · alle Niveaus
Kleingruppe
30 € / Person · 60 Min.2–3 Personen · kommunikativ
Prüfungsvorbereitung
50 € / 60 Min.Einzelcoaching · alle Formate
10er-Pakete mit Rabatt gibt es auf Anfrage, das Erstgespräch ist kostenlos.
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