Wo die Bildbeschreibung geprüft wird
- DTZ – Sprechen Teil 2: Jeder Prüfling bekommt ein Foto aus dem Alltag (Familie, Arbeit, Einkaufen, Freizeit, Wohnen), beschreibt es und beantwortet danach Fragen der Prüfer zum Thema. Rund drei Minuten pro Person. Das ist die Aufgabe, die auf dieser Seite im Mittelpunkt steht.
- Goethe A2 und telc A2: Bilder oder Karten als Sprechanlass – kurze Beschreibung, dann Fragen und Antworten.
- Goethe B1 / telc B1: Keine reine Bildbeschreibung, aber die Präsentation, für die viele Lernende ein Bild als Einstieg nutzen; und im Gespräch mit dem Partner kommen Bildimpulse vor.
- Unterricht auf allen Stufen: Die Bildbeschreibung ist die Übung, die Wortschatz, Dativ-Präpositionen, Adjektive und Vermutungen mit Modalverben gleichzeitig trainiert – deshalb kommt sie in jedem Lehrwerk vor.
Der Aufbau in vier Schritten
Einleitung: der Gesamteindruck
Ein bis zwei Sätze, die sagen, was das Bild zeigt und wo es spielt: Auf dem Foto sehe ich eine Familie beim Frühstück. Die Szene spielt in einer Küche. Damit hat man einen Rahmen – und die Prüfer wissen, dass man das Bild verstanden hat.
Beschreibung: vom Wichtigen zum Detail
Personen zuerst (wie viele, wie alt, wie sehen sie aus, was tun sie), dann der Ort und die Gegenstände, dann die Details. Mit Ortsangaben: Im Vordergrund sitzt ein Mann … Links neben ihm … Im Hintergrund sieht man …
Vermutungen: was man nicht sieht
Der Teil, der B1 von A2 unterscheidet: Beziehung, Situation, Gefühle, Vorher und Nachher. Wahrscheinlich ist das eine Familie. Die Kinder sehen fröhlich aus – vielleicht ist Wochenende. Es könnte sein, dass sie gleich losfahren.
Eigener Bezug: das Bild und ich
Zwei bis vier Sätze, die die Brücke zum eigenen Leben schlagen: Bei uns zu Hause frühstücken wir am Wochenende auch zusammen. In meinem Heimatland ist das Frühstück anders, wir essen … – hier beginnen meist die Fragen der Prüfer.
Die Redemittel für jeden Schritt
| Schritt | Redemittel |
|---|---|
| Einleitung | Auf dem Bild / Foto sehe ich … – Das Bild zeigt … – Auf dem Foto sind … zu sehen. – Die Szene spielt in / an / auf … – Es ist wahrscheinlich ein … (Büro, Park, Wohnzimmer). – Das Thema des Bildes ist … |
| Ortsangaben | im Vordergrund / im Hintergrund / in der Mitte – links / rechts / oben / unten – links oben / rechts unten – am linken Rand – vorne / hinten – neben / vor / hinter / zwischen / über / unter + Dativ – auf der linken Seite – daneben / dahinter / davor / darüber |
| Personen | Es gibt drei Personen: … – Eine junge Frau mit langen dunklen Haaren … – Ein älterer Mann, etwa 60 Jahre alt, … – Sie trägt eine Jacke / einen Anzug / eine Brille. – Er sieht müde / fröhlich / konzentriert / gestresst aus. – Die Frau lächelt / schaut in die Kamera / telefoniert. |
| Handlungen | Die Kinder spielen … – Der Mann liest gerade … – Sie sind dabei, … zu … – Sie unterhalten sich / essen zusammen / arbeiten am Computer / warten auf den Bus. |
| Gegenstände und Details | Auf dem Tisch stehen / liegen … – An der Wand hängt … – Es gibt auch … – Man sieht außerdem … – Im Hintergrund erkennt man … – Das Wetter ist schön, die Sonne scheint. |
| Vermutungen | Wahrscheinlich / vermutlich / vielleicht … – Ich glaube / ich denke / ich nehme an, dass … – Es könnte sein, dass … – Es sieht so aus, als ob … – Die beiden sind wohl … – Ich vermute, sie feiern … – Das könnte / dürfte … sein. – Vorher haben sie wahrscheinlich … – Danach werden sie vielleicht … |
| Gefühle und Stimmung | Die Stimmung ist entspannt / fröhlich / angespannt. – Sie wirken glücklich / gelangweilt / nervös. – Man hat den Eindruck, dass … – Das Bild wirkt auf mich … |
| Eigener Bezug | Das erinnert mich an … – Bei mir / bei uns ist das ähnlich / anders: … – Ich selbst … – In meinem Heimatland … – Ich finde es wichtig / schön / schwierig, dass … – Meiner Meinung nach … |
| Wenn ein Wort fehlt | Ich weiß das Wort nicht, aber es ist so etwas wie … – ein Ding, mit dem man … – eine Art … – so ein Gerät für … |
Die Präpositionen: Bildbeschreibung ist Dativ-Training
Eine Bildbeschreibung beantwortet fast nur die Frage Wo? – Ort ohne Bewegung. Deshalb stehen die Wechselpräpositionen mit Dativ. Wer das einmal verstanden hat, macht in der Beschreibung kaum noch Kasusfehler:
| Präposition | mit Dativ (Wo?) | Verschmelzung |
|---|---|---|
| in | in der Küche, in einem Park, in dem Zimmer | im (in dem): im Vordergrund, im Hintergrund, im Büro |
| an | an der Wand, an einem Tisch, an dem Fenster | am (an dem): am Tisch, am Fenster, am linken Rand |
| auf | auf dem Tisch, auf der Straße, auf einem Stuhl | – |
| vor / hinter | vor dem Haus, hinter der Frau, hinter den Bäumen | – |
| neben / zwischen | neben dem Mann, zwischen den Kindern, neben einer Lampe | – |
| über / unter | über dem Sofa, unter dem Tisch | – |
Merken: Der Dativ Plural hat ein -n – zwischen den Kindern, hinter den Bäumen. Nur bei Bewegung auf dem Bild – Der Junge läuft in den Garten – steht der Akkusativ. Die Erklärung dazu unter Akkusativ oder Dativ?
Ein Beispiel auf B1-Niveau
So könnte eine Beschreibung des DTZ-Bildtyps „Familie beim Frühstück“ klingen – mit allen vier Schritten:
Einleitung: Auf dem Foto sehe ich eine Familie beim Frühstück. Die Szene spielt in einer hellen Küche, wahrscheinlich am Morgen.
Beschreibung: Es gibt vier Personen. Im Vordergrund sitzt ein Mann, etwa 40 Jahre alt, mit einer Tasse Kaffee in der Hand. Links neben ihm sitzt ein Mädchen, das vielleicht acht Jahre alt ist, und isst ein Brot. Auf der rechten Seite sieht man eine Frau, die einem kleinen Jungen Milch eingießt. Auf dem Tisch stehen Brötchen, Marmelade, Butter und Saft. Im Hintergrund erkennt man ein Fenster, und draußen scheint die Sonne. An der Wand hängt ein Kalender.
Vermutungen: Ich glaube, das sind die Eltern mit ihren zwei Kindern. Alle sehen entspannt und fröhlich aus, deshalb ist es wahrscheinlich Wochenende – an einem normalen Werktag hat man meistens keine Zeit für ein langes Frühstück. Es könnte sein, dass sie danach einen Ausflug machen.
Eigener Bezug: Bei uns zu Hause ist das ähnlich: Unter der Woche frühstückt jeder schnell allein, aber am Sonntag sitzen wir alle zusammen. In meinem Heimatland ist das Frühstück etwas anders, wir essen zum Beispiel oft etwas Warmes. Ich finde es wichtig, dass die Familie wenigstens einmal am Tag zusammen isst.
Das sind rund 180 Wörter – etwa zwei Minuten in normalem Tempo. Auf A2 reicht die Hälfte: Einleitung, sechs Sätze Beschreibung, zwei Vermutungen mit vielleicht, ein Satz zu sich selbst.
Was die Prüfer bewerten
| Kriterium | Was das konkret heißt |
|---|---|
| Aufgabenbewältigung | Wird das Bild beschrieben – nicht nur benannt? Gibt es Vermutungen und eigenen Bezug? Werden die Fragen der Prüfer beantwortet? |
| Flüssigkeit | Sprechen ohne lange Pausen; bei fehlendem Wort umschreiben statt stoppen; Redemittel, die Zeit geben (Außerdem sieht man …) |
| Wortschatz | Passende Nomen für Gegenstände und Orte, Adjektive für Aussehen und Stimmung, Verben für Handlungen – nicht nur Es gibt … und … und … |
| Korrektheit | Dativ nach Ortspräpositionen, Verbstellung, Nebensätze mit dass und Relativsätze bei Vermutungen und Personenbeschreibung |
| Aussprache | Verständlichkeit; Satzmelodie, die Aussage und Vermutung unterscheidet |
Alle Kriterien und die anderen Teile der Prüfung unter Mündliche Prüfung meistern.
Typische Fehler – und was dagegen hilft
| Fehler | Was dagegen hilft |
|---|---|
| Nur aufzählen – Es gibt ein Mann, eine Frau, ein Tisch, ein Fenster. | Jedes Element mit Ort und Handlung: Im Vordergrund sitzt ein Mann und trinkt Kaffee. Aufzählen ist A1, beschreiben ist A2/B1. |
| Nach vier Sätzen fertig | Den Vier-Schritte-Plan einhalten. Vermutungen und eigener Bezug sind mindestens die Hälfte der Redezeit – dort kann man nichts falsch machen, weil es keine falschen Vermutungen gibt. |
| Akkusativ nach Ortspräposition – auf den Tisch, in die Küche | Bildbeschreibung = Wo? = Dativ. Zehn Sätze mit auf dem, in der, neben dem, hinter den …n laut üben, bis sie automatisch kommen. |
| Beim fehlenden Wort stoppen | Umschreibungs-Redemittel parat haben: so etwas wie …, ein Ding, mit dem man … Übung: Gegenstände im Raum umschreiben, ohne das Wort zu sagen. |
| Vermutungen als Tatsachen – Das ist der Vater. Sie sind glücklich. | Vermutungen markieren: wahrscheinlich, vielleicht, ich glaube, es könnte sein, dass … – das zeigt B1-Grammatik (Nebensatz, Konjunktiv II, Modalverben). |
| Kein eigener Bezug | Immer mit Bei mir / bei uns … abschließen. Das ist die Brücke zu den Prüferfragen und zeigt, dass Sie frei sprechen können. |
| Alles im Präsens, auch die Zukunft – bei Danach … | Für Vorher und Nachher Perfekt und Futur oder werden: Vorher haben sie eingekauft. Danach werden sie wahrscheinlich spazieren gehen. |
| Zu leise, zu schnell, Blick nur auf das Bild | Zu den Prüfern sprechen, nicht zum Foto. Langsam, mit Pausen nach jedem Schritt. Vor dem Spiegel üben. |
Was auf welcher Stufe erwartet wird
| Stufe | Erwartung |
|---|---|
| A1 | Benennen und einfache Sätze: Das ist eine Familie. Sie essen. Es gibt Brot und Kaffee. Die Frau ist jung. – mit links, rechts, hier, da |
| A2 | Einleitung, Personen mit Aussehen und Handlung, Ortsangaben mit im Vordergrund / Hintergrund, auf dem Tisch, einfache Vermutungen mit vielleicht und ich glaube, ein Satz zu sich selbst; etwa acht Sätze |
| B1 | Alle vier Schritte flüssig; Relativsätze bei Personen (eine Frau, die …); Vermutungen mit dass-Sätzen, könnte, dürfte, scheint; Vorher/Nachher in Perfekt und Futur; eigener Bezug mit Meinung; rund zwei Minuten; Fragen der Prüfer beantworten und begründen |
| B2 | Bildbeschreibung als Einstieg in eine Präsentation oder Diskussion; Interpretation (Was will das Bild aussagen? Welche Wirkung hat es?); Bildkomposition und Perspektive; Übergang zur Grafikbeschreibung |
So üben wir das im Unterricht
Im Einzelunterricht beginnen wir mit dem Plan – die vier Schritte auf einer Karte, die Sie in der Prüfung im Kopf haben. Dann beschreiben Sie Bilder aus den Themenfeldern, die im DTZ vorkommen: Familie, Arbeit, Wohnen, Einkaufen, Freizeit, Gesundheit, Verkehr. Ich stoppe die Zeit, stelle die Prüferfragen und gebe nach jeder Beschreibung zwei konkrete Rückmeldungen – ein Redemittel, das gefehlt hat, und einen Fehler, der sich wiederholt. Parallel bauen wir den Wortschatz für die Themenfelder auf und automatisieren den Dativ nach Ortspräpositionen. Nach fünf bis acht Bildern sitzt die Struktur, und die Beschreibung wird zu dem Prüfungsteil, auf den man sich freut. Wie die ganze mündliche Prüfung abläuft, steht dort.
Häufige Fragen
In welchen Prüfungen muss man ein Bild beschreiben?
Im DTZ (Deutsch-Test für Zuwanderer) ist die Bildbeschreibung Teil 2 der mündlichen Prüfung: Jeder Prüfling bekommt ein Foto, beschreibt es und beantwortet Fragen dazu – etwa drei Minuten. In telc A2 und Goethe A2 werden Bilder als Sprechanlass eingesetzt.
Im Goethe-Zertifikat B1 und telc B1 gibt es keine reine Bildbeschreibung, aber die Präsentation zu einem Thema, bei der viele Lernende ein Bild als Einstieg nutzen. Im Unterricht ist die Bildbeschreibung auf allen Stufen eine Standardübung.
Wie ist eine Bildbeschreibung aufgebaut?
In vier Schritten: 1. Einleitung – was das Bild insgesamt zeigt. 2. Beschreibung – vom Wichtigen zum Detail oder vom Vordergrund zum Hintergrund: Personen, Ort, Gegenstände, Handlungen. 3. Vermutungen – was man nicht sieht, aber annehmen kann: Situation, Beziehung, Gefühle, Vorher und Nachher. 4. Eigener Bezug – was das Bild mit Ihnen zu tun hat.
Wer diese Reihenfolge einhält, spricht drei Minuten, ohne den Faden zu verlieren.
Welchen Fall braucht man bei „im Vordergrund“, „auf dem Tisch“, „neben der Frau“?
Den Dativ – weil eine Bildbeschreibung Orte ohne Bewegung angibt, also die Frage Wo? beantwortet. Die Wechselpräpositionen stehen dann mit Dativ: im Vordergrund, auf dem Tisch, neben der Frau, hinter dem Haus, zwischen den Bäumen.
Nur wenn auf dem Bild eine Bewegung beschrieben wird – Der Junge läuft in das Haus –, steht der Akkusativ. Wer die Bildbeschreibung übt, übt automatisch den Dativ.
Was mache ich, wenn mir ein Wort fehlt?
Umschreiben, nicht schweigen: Das ist ein Ding, mit dem man … / Ich weiß das Wort nicht, aber es ist so etwas wie … / eine Art … Prüfer bewerten, ob Sie die Kommunikation aufrechterhalten, nicht ob Sie jeden Gegenstand benennen.
Wer zwei Sekunden nachdenkt und dann umschreibt, bekommt mehr Punkte als jemand, der stockt. Übung: Gegenstände im Raum bewusst umschreiben, ohne das Wort zu nennen.
Wie lange sollte eine Bildbeschreibung dauern?
Im DTZ etwa anderthalb bis zwei Minuten freie Beschreibung, dann Fragen der Prüfer – insgesamt rund drei Minuten pro Person. Auf A2 reichen sechs bis acht Sätze, auf B1 sollten es zwölf bis fünfzehn sein, mit Vermutungen und eigenem Bezug.
Zu kurz ist ein größeres Problem als zu lang. Der eigene Bezug am Ende ist die beste Verlängerung – dort kann man frei erzählen.
Preise
Einzelunterricht
45 € / 60 Min.100 % individuell · alle Niveaus
Kleingruppe
30 € / Person · 60 Min.2–3 Personen · kommunikativ
Prüfungsvorbereitung
50 € / 60 Min.Einzelcoaching · alle Formate
10er-Pakete mit Rabatt gibt es auf Anfrage, das Erstgespräch ist kostenlos. Alle Preise unter Was kostet ein Deutschkurs?
Drei Minuten sprechen – mit Plan statt Panik
Die Bildbeschreibung ist der Prüfungsteil, den man am besten trainieren kann: feste Struktur, feste Redemittel, vorhersehbare Themen. Im Einzelunterricht üben wir sie mit Zeit, Prüferfragen und gezielter Korrektur, bis sie sitzt. Das Erstgespräch ist kostenlos.
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