Was eine Nomen-Verb-Verbindung ist
In einer Nomen-Verb-Verbindung (fachsprachlich: Funktionsverbgefüge) trägt das Nomen die Bedeutung, und das Verb ist fast leer – es „funktioniert“ nur grammatisch. Eine Entscheidung treffen heißt nicht mehr als entscheiden; treffen hat hier nichts mit Begegnung zu tun. Fast jede Verbindung hat ein einfaches Verb als Entsprechung:
| Nomen-Verb-Verbindung | einfaches Verb | Register |
|---|---|---|
| eine Entscheidung treffen | entscheiden | formell, schriftlich: Behörde, Wirtschaft, Wissenschaft, Nachrichten |
| eine Frage stellen | fragen | |
| zur Verfügung stehen | verfügbar sein | |
| in Kraft treten | gültig werden |
Die Verbindungen sind fest: Nomen, Präposition und Verb lassen sich nicht austauschen. Eine Entscheidung machen oder eine Frage geben versteht man zwar, es ist aber falsch – und genau diese Festigkeit wird in Prüfungen abgefragt.
Warum Sie sie brauchen
- Lesen: Behördenbriefe, Verträge, Arbeitsanweisungen und Zeitungstexte sind voll davon: Wir bitten Sie, die Unterlagen zur Verfügung zu stellen. – Die Regelung tritt am 1. Januar in Kraft. – Der Antrag wird in Bearbeitung genommen. Wer die Verbindung nicht kennt, versteht das Verb wörtlich – und den Satz falsch. Mehr dazu unter Behördenbriefe verstehen.
- Prüfungen: In den Sprachbausteinen von telc B2 und C1, im Teil Sprachbausteine des Deutsch-Tests für den Beruf B2/C1 und in Lückentexten des Goethe-Zertifikats C1 werden feste Verbindungen direkt abgefragt: Welches Verb fehlt?
- Schreiben: Stellungnahmen, Berichte, Bewerbungen und Hausarbeiten verlangen den formellen Stil. Ich möchte einen Beitrag leisten klingt anders als Ich möchte beitragen – und wird in der Bewertung unter „Register“ und „Wortschatz“ honoriert.
- Beruf: Rücksprache halten, Bescheid geben, in Anspruch nehmen, Stellung nehmen, zur Kenntnis nehmen – Alltagswortschatz in jedem Büro. Siehe Business-Deutsch.
Die wichtigsten Verbindungen – nach Funktionsverb sortiert
Sortiert nach dem Verb, weil das Verb die Gruppe zusammenhält: Wer weiß, dass treffen Entscheidungen, Maßnahmen und Vorbereitungen „macht“, hat drei Verbindungen mit einer Regel gelernt.
treffen, stellen, nehmen
| Verbindung | Bedeutung | Beispiel |
|---|---|---|
| eine Entscheidung treffen | entscheiden | Der Ausschuss hat noch keine Entscheidung getroffen. |
| Maßnahmen treffen / ergreifen | handeln, etwas unternehmen | Die Stadt hat Maßnahmen gegen den Lärm getroffen. |
| Vorbereitungen treffen | vorbereiten | Für die Prüfung habe ich alle Vorbereitungen getroffen. |
| eine Vereinbarung treffen | vereinbaren | Beide Seiten haben eine Vereinbarung getroffen. |
| eine Frage stellen | fragen | Darf ich Ihnen eine Frage stellen? |
| einen Antrag stellen | beantragen | Sie müssen den Antrag bis zum 31. März stellen. |
| zur Verfügung stellen | geben, bereitstellen | Die Firma stellt ihren Mitarbeitern Laptops zur Verfügung. |
| in Frage stellen | bezweifeln | Niemand stellt seine Kompetenz in Frage. |
| Anforderungen stellen | verlangen | Die Stelle stellt hohe Anforderungen an die Sprachkenntnisse. |
| unter Beweis stellen | beweisen | Sie hat ihr Können unter Beweis gestellt. |
| Rücksicht nehmen auf | berücksichtigen, schonen | Bitte nehmen Sie Rücksicht auf die Nachbarn. |
| in Anspruch nehmen | nutzen, beanspruchen | Sie können die Beratung kostenlos in Anspruch nehmen. |
| Stellung nehmen zu | seine Meinung sagen | Der Minister nahm zu den Vorwürfen Stellung. |
| zur Kenntnis nehmen | registrieren, wahrnehmen | Wir haben Ihr Schreiben zur Kenntnis genommen. |
| Abschied nehmen von | sich verabschieden | Sie nahm Abschied von ihren Kollegen. |
| in Kauf nehmen | akzeptieren (einen Nachteil) | Für den Job nimmt er den langen Arbeitsweg in Kauf. |
| Bezug nehmen auf | sich beziehen auf | Ich nehme Bezug auf Ihr Schreiben vom 3. Mai. |
| Einfluss nehmen auf | beeinflussen | Die Eltern nehmen Einfluss auf die Entscheidung. |
bringen, kommen, stehen, setzen, treten
| Verbindung | Bedeutung | Beispiel |
|---|---|---|
| zum Ausdruck bringen | ausdrücken | Sie brachte ihre Enttäuschung deutlich zum Ausdruck. |
| in Erfahrung bringen | herausfinden | Ich konnte nicht in Erfahrung bringen, wer zuständig ist. |
| zur Sprache bringen | ansprechen | Er brachte das Problem im Meeting zur Sprache. |
| in Ordnung bringen | reparieren, regeln | Wir bringen das in Ordnung. |
| zu Ende bringen | beenden, abschließen | Sie hat das Projekt erfolgreich zu Ende gebracht. |
| zu dem Ergebnis / Schluss kommen | folgern | Die Studie kommt zu dem Ergebnis, dass … |
| in Frage kommen | möglich / geeignet sein | Für die Stelle kommen drei Bewerber in Frage. |
| zum Einsatz kommen | eingesetzt / benutzt werden | Im Unterricht kommen digitale Medien zum Einsatz. |
| in Betracht kommen / ziehen | möglich sein / erwägen | Eine Verlängerung kommt nicht in Betracht. – Wir ziehen einen Umzug in Betracht. |
| zu Wort kommen | sprechen dürfen | In der Diskussion kamen alle zu Wort. |
| zustande kommen | entstehen, gelingen | Der Vertrag ist nicht zustande gekommen. |
| zur Verfügung stehen | verfügbar sein | Für Rückfragen stehe ich gern zur Verfügung. |
| in Verbindung / Kontakt stehen mit | Kontakt haben | Wir stehen mit dem Amt in Verbindung. |
| unter Druck stehen / setzen | Druck haben / Druck machen | Das Team steht unter Zeitdruck. – Niemand darf Sie unter Druck setzen. |
| im Mittelpunkt stehen | am wichtigsten sein | Im Kurs steht das Sprechen im Mittelpunkt. |
| zur Debatte / Diskussion stehen | diskutiert werden | Eine Preiserhöhung steht nicht zur Debatte. |
| in Kraft setzen / treten | gültig machen / gültig werden | Das Gesetz tritt am 1. Januar in Kraft. |
| außer Kraft setzen / treten | ungültig machen / ungültig werden | Die alte Regelung wurde außer Kraft gesetzt. |
| in Kenntnis setzen | informieren | Wir setzen Sie umgehend in Kenntnis. |
| in Gang setzen / kommen | starten / anlaufen | Das Verfahren wurde in Gang gesetzt. |
| aufs Spiel setzen | riskieren | Er setzt seine Gesundheit aufs Spiel. |
| in Kontakt treten mit | Kontakt aufnehmen | Bitte treten Sie mit uns in Kontakt. |
geben, leisten, halten, führen, haben, machen
| Verbindung | Bedeutung | Beispiel |
|---|---|---|
| Bescheid geben / sagen | informieren | Geben Sie mir bitte bis Freitag Bescheid. |
| Auskunft geben / erteilen | informieren | Das Amt gibt telefonisch keine Auskunft. |
| in Auftrag geben | beauftragen | Die Stadt hat eine Studie in Auftrag gegeben. |
| Anlass geben zu | verursachen, Grund sein für | Die Zahlen geben Anlass zur Sorge. |
| einen Beitrag leisten zu | beitragen | Jeder kann einen Beitrag zum Klimaschutz leisten. |
| Hilfe leisten | helfen | Die Nachbarn leisteten erste Hilfe. |
| Widerstand leisten | sich wehren | Die Bevölkerung leistete Widerstand. |
| Folge leisten | befolgen, nachkommen | Bitte leisten Sie der Aufforderung Folge. |
| Rücksprache halten mit | sich absprechen | Ich halte kurz Rücksprache mit meiner Chefin. |
| einen Vortrag / eine Rede halten | vortragen | Sie hält morgen einen Vortrag über KI. |
| Abstand halten | Distanz wahren | Bitte halten Sie Abstand. |
| ein Gespräch führen | sprechen | Wir haben ein langes Gespräch geführt. |
| Protokoll führen | protokollieren | Wer führt heute Protokoll? |
| zum Erfolg führen | erfolgreich sein | Die neue Strategie führte zum Erfolg. |
| zur Folge haben | bewirken | Der Streik hatte Verspätungen zur Folge. |
| Einfluss / Auswirkungen haben auf | beeinflussen / sich auswirken | Das Wetter hat Einfluss auf die Stimmung. |
| in der Lage sein | können | Sie ist in der Lage, das Problem zu lösen. |
| der Meinung / Ansicht sein | meinen | Ich bin der Meinung, dass … |
| einen Vorschlag machen | vorschlagen | Darf ich einen Vorschlag machen? |
| Fortschritte machen | vorankommen | Sie macht große Fortschritte im Sprechen. |
| sich Gedanken / Sorgen machen | nachdenken / sich sorgen | Machen Sie sich keine Sorgen. |
| Kritik üben an | kritisieren | Die Opposition übte scharfe Kritik an dem Plan. |
| Einspruch / Widerspruch erheben / einlegen | widersprechen | Gegen den Bescheid können Sie Widerspruch einlegen. |
| Anwendung finden | angewendet werden | Diese Regel findet hier keine Anwendung. |
| Berücksichtigung finden | berücksichtigt werden | Ihre Hinweise haben Berücksichtigung gefunden. |
| zur Verantwortung ziehen | verantwortlich machen | Die Täter wurden zur Verantwortung gezogen. |
| Konsequenzen ziehen aus | Folgerungen ableiten | Aus dem Fehler haben wir Konsequenzen gezogen. |
Die Paare: Aktiv und Passiv in einer Verbindung
Viele Verbindungen kommen paarweise vor – einmal mit einem Verb, das etwas bewirkt (setzen, stellen, bringen, ziehen), einmal mit einem Verb, das den Zustand oder Vorgang beschreibt (treten, stehen, kommen). Das zweite Verb ersetzt ein Passiv – und ist ein typisches Merkmal der Behördensprache:
| jemand bewirkt es | es passiert / es ist so | entspricht |
|---|---|---|
| in Kraft setzen | in Kraft treten | gültig machen / gültig werden |
| zur Verfügung stellen | zur Verfügung stehen | bereitstellen / verfügbar sein |
| zur Sprache bringen | zur Sprache kommen | ansprechen / angesprochen werden |
| zum Ausdruck bringen | zum Ausdruck kommen | ausdrücken / sichtbar werden |
| in Frage stellen | in Frage kommen | bezweifeln / möglich sein (verschiedene Bedeutungen!) |
| in Verbindung setzen | in Verbindung stehen | Kontakt aufnehmen / Kontakt haben |
| unter Druck setzen | unter Druck stehen | Druck ausüben / Druck haben |
| in Betracht ziehen | in Betracht kommen | erwägen / möglich sein |
| zu Ende bringen | zu Ende gehen | beenden / enden |
| in Gang setzen | in Gang kommen | starten / anlaufen |
| zur Kenntnis bringen | zur Kenntnis nehmen | mitteilen / registrieren |
Wer diese Paare kennt, versteht, warum in Behördenbriefen so selten werden vorkommt: Die Regelung tritt in Kraft sagt dasselbe wie Die Regelung wird in Kraft gesetzt – ohne Passiv. Mehr zu den Ersatzformen unter Passiv.
Grammatik: was fest ist und was sich bewegt
- Artikel: Viele Verbindungen stehen ohne Artikel (Rücksicht nehmen, in Kraft treten, Bescheid geben), andere mit unbestimmtem (eine Entscheidung treffen) oder bestimmtem Artikel (zur Verfügung = zu der). Der Artikel gehört zur Verbindung und wird mitgelernt.
- Präposition und Kasus: fest – in Kraft (Akk.), zur Verfügung (Dat.), unter Druck (Akk./Dat. je nach Verb). Viele Verbindungen haben zusätzlich eine Präposition für das Objekt: Rücksicht nehmen auf, Stellung nehmen zu, Kritik üben an, einen Beitrag leisten zu – siehe Verben mit Präpositionen.
- Satzklammer: Der nominale Teil steht am Satzende, wie eine trennbare Vorsilbe: Das Gesetz tritt am 1. Januar in Kraft. – Er hat gestern eine wichtige Entscheidung getroffen. Mehr unter Satzbau und Wortstellung.
- Adjektive: Das Nomen kann ein Adjektiv bekommen, wo das einfache Verb ein Adverb bräuchte: eine schwere Entscheidung treffen, scharfe Kritik üben, einen wichtigen Beitrag leisten.
- Passiv: Bei Verbindungen mit Akkusativ-Nomen möglich: Eine Entscheidung wurde getroffen. Maßnahmen wurden ergriffen.
Nominalstil und Verbalstil: die Prüfungsaufgabe
In C1-Prüfungen und im Studium wird häufig verlangt, einen Satz vom einen Stil in den anderen zu bringen. Die Nomen-Verb-Verbindung ist dabei die Brücke:
| Verbalstil (gesprochen, persönlich) | Nominalstil (schriftlich, formell) |
|---|---|
| Wir haben uns entschieden, den Vertrag zu kündigen. | Wir haben die Entscheidung getroffen, den Vertrag zu kündigen. → Nach der Entscheidung zur Kündigung des Vertrags … |
| Bitte sagen Sie uns bis Freitag, ob Sie kommen. | Bitte geben Sie uns bis Freitag Bescheid, ob Sie kommen. |
| Ich kann Ihnen gern helfen. | Ich stehe Ihnen gern zur Verfügung. |
| Die Regel gilt ab Januar. | Die Regelung tritt im Januar in Kraft. |
| Wir haben Ihre Hinweise berücksichtigt. | Ihre Hinweise haben Berücksichtigung gefunden. |
Ein ehrlicher Hinweis: Der Nominalstil ist ein Werkzeug, kein Ziel. In E-Mails an Kollegen, im Gespräch und in persönlichen Texten wirkt Ich stehe zur Verfügung steif; dort ist Ich helfe gern besser. Auf B2/C1 geht es darum, beide Register zu beherrschen und das passende zu wählen – siehe Schreiben üben.
Was auf welcher Stufe verlangt wird
| Stufe | Erwartung |
|---|---|
| B1 | Einzelne Verbindungen als Alltagswortschatz: eine Frage stellen, Bescheid geben, einen Vorschlag machen, sich Sorgen machen, einen Termin vereinbaren – siehe B1-Kurs |
| B2 | Die rund 30 häufigsten Verbindungen erkennen und in formellen Texten verwenden; Sprachbausteine in telc B2 und DTB B2; Behördenbriefe verstehen – siehe B2-Kurs |
| C1 | Aktiver Gebrauch in Stellungnahmen, Berichten und Hausarbeiten; Umformung zwischen Verbal- und Nominalstil; Paare und Präpositionen sicher; Lückentexte im Goethe-Zertifikat C1 und in telc C1 – siehe C1-Kurs |
Wie man Nomen-Verb-Verbindungen lernt
Als Ganzes, nie in Teilen
Nicht Verfügung lernen, sondern zur Verfügung stehen / stellen – mit Artikel, Präposition und beiden Verben. Die Einheit ist die Verbindung, nicht das Wort.
Nach Verb gruppieren
Alles, was man trifft, stellt, nimmt, bringt – in Gruppen von fünf bis acht. Das Verb ist der Haken, an dem die Nomen hängen bleiben.
Das einfache Verb daneben
Jede Verbindung mit ihrer Entsprechung: eine Entscheidung treffen = entscheiden. So wird die Bedeutung klar – und Sie können zwischen den Registern wechseln.
In echten Texten wiederfinden
Behördenbriefe, Nachrichten, Ihre eigene Arbeitspost: Markieren Sie die Verbindungen, die Sie gelernt haben. Nach zwei Wochen erkennen Sie sie überall – und ab dann bleiben sie.
Typische Fehler – und was dagegen hilft
- Falsches Verb: eine Entscheidung machen, eine Frage geben, einen Antrag machen. Gegenmittel: Verbindung als Ganzes lernen – treffen, stellen, stellen.
- Falsche Präposition: in Verfügung stehen, auf Kraft treten. Gegenmittel: Präposition gehört zur Verbindung – zur Verfügung, in Kraft.
- Verbindung wörtlich verstanden: in Kauf nehmen hat nichts mit Einkaufen zu tun, in Frage kommen nichts mit Fragen. Gegenmittel: das einfache Verb danebenschreiben.
- Nominaler Teil an der falschen Stelle: Das Gesetz tritt in Kraft am 1. Januar. Gegenmittel: nominaler Teil ans Satzende – wie eine trennbare Vorsilbe.
- Paar verwechselt: Die Regel tritt in Kraft gesetzt. Gegenmittel: setzen = jemand macht es, treten = es passiert.
- Zu viel Nominalstil: Ich nehme zur Kenntnis, dass du zur Verfügung stehst – an einen Freund. Gegenmittel: Register prüfen – wer liest das?
Im Unterricht arbeiten wir mit den Verbindungen, die in Ihren Texten vorkommen – Arbeitspost, Behördenbriefe, Prüfungsaufgaben – und üben die Umformung zwischen den Registern, bis sie automatisch kommt. Wie ich Wortschatz vermittle, beschreibt die Seite Wortschatz aufbauen.
Häufige Fragen
Was sind Nomen-Verb-Verbindungen?
Feste Verbindungen aus einem Nomen (oft mit Präposition) und einem Verb, bei denen das Nomen die Bedeutung trägt und das Verb nur grammatisch funktioniert: eine Entscheidung treffen (= entscheiden), zur Verfügung stehen (= verfügbar sein), in Kraft treten (= gültig werden). Fachsprachlich heißen sie Funktionsverbgefüge.
Sie sind typisch für die formelle Schriftsprache – Behörden, Wirtschaft, Wissenschaft, Nachrichten.
Warum sind Nomen-Verb-Verbindungen für B2 und C1 wichtig?
Weil sie direkt geprüft werden: in den Sprachbausteinen von telc B2/C1 und dem Deutsch-Test für den Beruf B2/C1 sowie in Lückentexten des Goethe-Zertifikats C1. Außerdem entscheiden sie beim Schreiben über das Register – und beim Lesen von Behördenbriefen und Verträgen über das Verständnis.
Wie viele Nomen-Verb-Verbindungen muss ich lernen?
Für B2 reichen die rund 30 häufigsten (eine Entscheidung treffen, zur Verfügung stehen/stellen, in Anspruch nehmen, Rücksicht nehmen, Bescheid geben, in Frage kommen/stellen, in Kraft treten, einen Beitrag leisten, Stellung nehmen, zur Kenntnis nehmen …). Für C1 sollten es 60 bis 80 sein – inklusive der Paare und der Präpositionen für das Objekt.
Was ist der Unterschied zwischen in Kraft setzen und in Kraft treten?
setzen bedeutet, dass jemand etwas bewirkt: Die Regierung setzt das Gesetz in Kraft. treten beschreibt den Vorgang selbst, ohne Handelnden: Das Gesetz tritt in Kraft. Das zweite ersetzt ein Passiv (wird in Kraft gesetzt). Solche Paare gibt es viele: zur Verfügung stellen / stehen, zur Sprache bringen / kommen, in Betracht ziehen / kommen.
Soll ich immer Nomen-Verb-Verbindungen benutzen?
Nein. Sie gehören in formelle schriftliche Texte – Berichte, Stellungnahmen, Geschäftsbriefe, Hausarbeiten. Im Gespräch, in E-Mails an Kollegen und in persönlichen Texten wirkt der Nominalstil steif; dort ist das einfache Verb besser. Ziel auf B2/C1 ist, beide Register zu beherrschen und passend zu wählen.
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