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Wortschatz · A2–C1

Falsche Freunde: Deutsch und Englisch

„I want to become a schnitzel“ ist der berühmteste Satz der deutsch-englischen Sprachgeschichte – und er zeigt genau das Problem: Deutsch und Englisch sind verwandt, deshalb sehen viele Wörter gleich aus. Manche bedeuten aber etwas völlig anderes. Diese Seite sammelt die wichtigsten dieser Paare, dazu die englisch klingenden Wörter, die es im Englischen so nicht gibt – und die drei Verwechslungen, die im Beruf tatsächlich Schaden anrichten.

Warum es sie so zahlreich gibt

Deutsch und Englisch sind eng verwandt. Das ist beim Lernen ein großer Vorteil – Haus/house, Wasser/water, Buch/book – und gleichzeitig die Ursache des Problems: Manche Wortpaare haben sich äußerlich kaum verändert, ihre Bedeutung aber schon. Diese Paare heißen falsche Freunde, und sie fallen beim Sprechen besonders auf, weil der Satz drumherum stimmt.

Der Klassiker: Ich möchte ein Geschenk bekommen heißt nicht „I want to become a present“. bekommen heißt to get, werden heißt to become. Wer das einmal verwechselt hat, vergisst es nie wieder.

Die wichtigsten falschen Freunde

Deutsches Wortbedeutetaber nichtEnglisch heißt richtig
bekommento get, to receiveto becometo become = werden
alsoso, thereforealso (= auch)also = auch
aktuellcurrent, up to dateactuallyactually = eigentlich, tatsächlich
eventuellpossibly, maybeeventuallyeventually = schließlich, irgendwann
sensibelsensitivesensiblesensible = vernünftig
sympathischlikeable, nicesympatheticsympathetic = mitfühlend
das Giftpoisongift (= Geschenk)gift = das Geschenk
der Chefbosschef (= Koch)chef = der Koch, die Köchin
der Ratadvicerat (= Ratte)rat = die Ratte
das Kindchildkind (= freundlich)kind = freundlich, nett
baldsoonbald (= kahl)bald = kahl, glatzköpfig
fastalmostfast (= schnell)fast = schnell
der Mistmanure; umgangssprachlich: Unsinnmist (= Nebel)mist = der Nebel, der Dunst
der Rockskirtrock (= Fels)rock = der Fels, der Stein
die Artkind, type, mannerart (= Kunst)art = die Kunst
der RomannovelRoman (= römisch)Roman = römisch, Römer
die Fabrikfactoryfabric (= Stoff)fabric = der Stoff
die Konkurrenzcompetitionconcurrencecompetition = der Wettbewerb, die Konkurrenz
spendento donateto spendto spend = ausgeben (Geld), verbringen (Zeit)
der See / die Seelake / sea—Achtung: der See = lake, die See = sea
bravwell-behavedbravebrave = mutig, tapfer
das Menüset meal, Gericht mit mehreren Gängenmenu (= Speisekarte)menu = die Speisekarte
die Notegrade, Musiknotenote (= Notiz)note = die Notiz
der Kritiker / die Kritikcritic / criticism, review—im Deutschen oft neutral: eine Kritik schreiben = eine Rezension

Die andere Richtung: englisch klingende Wörter, die es so nicht gibt

Eine zweite Gruppe sorgt für Verwirrung bei englischsprachigen Lernenden: Wörter, die im Deutschen englisch aussehen, im englischen Sprachraum aber etwas anderes oder gar nichts bedeuten. Fachlich heißen sie Scheinanglizismen.

Im Deutschengemeint istauf Englisch
das HandyMobiltelefonmobile phone, cell phone
der BeamerProjektorprojector
der Oldtimeraltes Autoclassic car, vintage car
der Smokingfestlicher Anzugdinner jacket, tuxedo
das Public Viewingöffentliches Fußballschauenpublic screening
der Chip (Kartoffel)Kartoffelchipscrisps (BE), chips (AE)
das ShootingFotoaufnahmenphoto shoot

Diese Wörter sind vollwertiges Deutsch – man muss sie kennen und benutzen, sollte aber wissen, dass sie auf Englisch nicht funktionieren.

Die Fehler, die im Beruf auffallen

Drei Paare führen regelmäßig zu echten Missverständnissen – nicht nur zu Schmunzeln:

  • eventuell / eventually. Wir liefern eventuell nächste Woche heißt: vielleicht. Englischsprachige Lesende verstehen: irgendwann bestimmt. Ein Terminversprechen, das keines ist.
  • aktuell / actually. Aktuell arbeiten wir daran heißt: derzeit – nicht „eigentlich schon“.
  • sensibel / sensible. Das ist eine sensible Entscheidung heißt: heikel, empfindlich – nicht „vernünftig“.

Wer auf Deutsch verhandelt oder Mails schreibt, sollte diese drei sicher beherrschen; mehr dazu unter Business-Deutsch und geschäftliche E-Mails.

Was hilft – außer Auswendiglernen

1

Eine persönliche Liste führen

Nicht alle 200 bekannten Paare lernen, sondern die, die Ihnen tatsächlich passieren. Fünf eigene falsche Freunde sind mehr wert als eine vollständige Liste aus dem Internet.

2

Im Satz speichern, nicht als Paar

Nicht „bekommen ≠ become“, sondern Ich habe gestern eine Mail bekommen. Das Wort in einem Satz, den Sie selbst brauchen könnten.

3

Einsprachig nachschlagen

Ein deutsch-deutsches Wörterbuch mit Beispielsätzen zeigt den Gebrauch, ein zweisprachiges oft nur eine Entsprechung – und genau daraus entstehen falsche Freunde.

4

Korrektur zulassen

Falsche Freunde verstehen Zuhörende meist aus dem Kontext – deshalb korrigiert sie kaum jemand, und sie bleiben jahrelang. Im Unterricht werden sie dagegen benannt.

Ähnliche Stolperstellen im Deutschen selbst

Nicht alle Verwechslungen kommen aus dem Englischen. Auch innerhalb des Deutschen gibt es Wortpaare, die sich gleichen und Verschiedenes bedeuten – das oder dass, legen oder liegen, als, wenn, wann oder ob. Und dazu kommen Bedeutungsunterschiede, die keine Übersetzung sichtbar macht: der Unterschied zwischen du und Sie oder die Wirkung der Modalpartikeln.

Eine Übersicht der häufigsten Fehlerquellen insgesamt steht unter häufige Fehler beim Deutschlernen.

Im Unterricht

Falsche Freunde sind kein eigenes Kapitel, sondern eine Fehlerkategorie, die im Sprechen und Schreiben auftaucht. Im Einzelunterricht werden sie notiert, sobald sie vorkommen, und danach gezielt geübt – mit Ihren eigenen Sätzen. Wenn Englisch Ihre Erstsprache oder Ihre bisherige Arbeitssprache ist, lohnt sich das besonders: Diese Fehler sind schnell abgestellt und fallen umso stärker auf, je besser Ihr Deutsch sonst ist. Wie sich der Wortschatz systematisch aufbauen lässt, steht unter Wortschatz aufbauen.

Häufige Fragen

Was sind falsche Freunde beim Deutschlernen?

Falsche Freunde sind Wortpaare, die in zwei Sprachen ähnlich aussehen oder klingen, aber Verschiedenes bedeuten – etwa deutsch bekommen (to get) und englisch to become (werden).

Zwischen Deutsch und Englisch gibt es viele davon, weil die Sprachen verwandt sind: Die Form ist ähnlich geblieben, die Bedeutung hat sich auseinanderentwickelt.

Was sind die häufigsten falschen Freunde zwischen Deutsch und Englisch?

Besonders häufig sind bekommen/become, also/also, aktuell/actually, eventuell/eventually, sensibel/sensible, sympathisch/sympathetic, Gift/gift, Chef/chef und Rat/rat.

Im Berufsalltag richten vor allem eventuell, aktuell und sensibel echten Schaden an, weil sie zu falschen Terminzusagen und Einschätzungen führen.

Heißt „Handy“ auf Englisch auch Handy?

Nein. Handy ist ein sogenannter Scheinanglizismus: Das Wort sieht englisch aus, wird im Englischen aber nicht für ein Mobiltelefon verwendet – dort heißt es mobile phone oder cell phone.

Ähnliche Fälle sind Beamer (projector), Oldtimer (classic car), Smoking (dinner jacket) und Public Viewing (public screening).

Wie merkt man sich falsche Freunde am besten?

Nicht als Wortpaar, sondern in einem vollständigen Satz, den Sie selbst brauchen könnten: Ich habe gestern eine Mail bekommen.

Sinnvoll ist außerdem eine persönliche Liste mit den fünf bis zehn Wörtern, die Ihnen tatsächlich passieren, statt einer langen Sammlung aus dem Internet.

Ist Deutsch für Englischsprachige deshalb schwerer?

Nein – die Verwandtschaft bleibt unterm Strich ein großer Vorteil beim Wortschatz. Falsche Freunde sind eine überschaubare Ausnahme.

Schwerer fallen Englischsprachigen meist die Fälle, das Genus der Nomen und die Verbstellung im Nebensatz.

Preise

Einzelunterricht

45 € / 60 Min.

100 % individuell · alle Niveaus

Kleingruppe

30 € / Person · 60 Min.

2–3 Personen · kommunikativ

Prüfungsvorbereitung

50 € / 60 Min.

Einzelcoaching · alle Formate

10er-Pakete mit Rabatt gibt es auf Anfrage, das Erstgespräch ist kostenlos.

Fehler, die niemand korrigiert

Falsche Freunde versteht man aus dem Kontext – deshalb bleiben sie jahrelang. Im Unterricht werden sie benannt und abgestellt.

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